Schwerpunktaktion

Schwerpunktaktion 2020

Thema:
Mobilität


Mögliche Ursachen:



„Fahrgemeinschaften“

Fahrgemeinschaften sind praktisch, erfordern aber auch ein wenig Know-how. Das fängt damit an, die richtigen Partner oder Partnerinnen zu finden. Denn neben dem gemeinsamen Weg sind gleiche Arbeitszeiten die Voraussetzung. In größeren Unternehmen findet sich ein Team leichter. Dabei helfen geeignete Kommunikationswege wie das Intranet. Der Betrieb kann helfen, indem er beispielsweise eine entsprechende App bereitstellt. Aber auch überbetrieblich können sich Fahrgemeinschaften organisieren. Der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung auf Arbeitswegen gilt auch für Fahrgemeinschaften. Der Schutz besteht auch auf notwendigen Wegen, die zum Abholen und Absetzen der Mitfahrenden nötig sind.

Verantwortung übernehmen

Fahrgemeinschaften sorgen für Verbindlichkeit: Wenn man Treffpunkte und Zeiten festgelegt hat, kommt man nicht so leicht in Versuchung, noch ein wenig „rumzutrödeln“ und zu spät loszufahren. Ein kleiner Zeitpuffer sollte ohnehin immer eingeplant werden. Und: Die Mitglieder der Fahrgemeinschaft übernehmen füreinander Verantwortung. Das muss allen Beteiligten klar sein. Das bezieht sich sowohl auf die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit als auch auf den Fahrstil. Schließlich hängen die Sicherheit und Gesundheit aller von der Aufmerksamkeit des Fahrers oder der Fahrerin ab.

Gemeinsam sicher unterwegs

Untersuchungen haben gezeigt, dass zusätzliche Personen im Fahrzeug meistens dazu beitragen, dass der Fahrstil ruhiger und defensiver wird. Die meisten halten sich dann eher an Geschwindigkeitsbegrenzungen, sind aufmerksamer und weniger aggressiv. Ein intensives Gespräch mit den Mitfahrenden kann jedoch auch ablenkend wirken. Verschieben Sie solche Gespräche auf einen Zeitpunkt nach der Fahrt.

Was sagt die Gesetzgebung?

Wer ein Fahrzeug führt, hat dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug sowie die Ladung vorschriftsmäßig sind (§ 23 (1) StVO). Er oder sie muss das Fahrzeug auf dem kürzesten Weg aus dem Verkehr ziehen, falls unterwegs auftretende Mängel, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, nicht alsbald beseitigt werden (§ 23 (2) StVO). Durch die Rechtsprechung ist bestätigt, dass es zu den Pflichten des Fahrers oder der Fahrerin gehört, sich mit einem unbekannten Fahrzeug vertraut zu machen (BayObLG NZV 2001 135).

Versicherungen

Da bei schweren Unfällen hohe Schäden entstehen können, ist es ratsam, bei der Haftpflichtversicherung eine möglichst hohe Versicherungssumme oder eine unbegrenzte Deckung zu wählen. Darüber hinaus kann es zweckmäßig sein, sich durch eine schriftliche Haftungsbeschränkung vor Ansprüchen der Mitfahrenden zu schützen, die über die Versicherungsleistung hinausgehen. Eine Insassen-Unfallversicherung erhöht den Versicherungsschutz für alle Personen im Fahrzeug. Sie erbringt auch Leistungen für Personen, die bei einem selbst verursachten Unfall verletzt wurden. Generell kann zur eigenen Absicherung der Abschluss einer privaten Unfallversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein.

Was also tun?

  • Überlegen Sie, ob und mit wem Sie eine Fahrgemeinschaft bilden können. Fragen Sie dazu Ihre Kolleginnen und Kollegen. Sie können auch Online-Plattformen und Apps zum Finden von Mitfahrenden nutzen.
  • Treffen Sie innerhalb Ihrer Fahrgemeinschaft sinnvolle Absprachen für Abfahrtsorte und -zeiten. Seien Sie pünktlich am vereinbarten Treffpunkt.
  • Werden Sie am Steuer Ihrer Verantwortung für die Mitfahrenden gerecht, indem Sie eine defensive Fahrweise praktizieren.
  • Unterstützen Sie als Beifahrerin oder Beifahrer die jeweils Fahrenden bei einer verantwortungsvollen Fahrweise. Sprechen Sie Probleme konstruktiv an.

Alle Schwerpunkte

Themenüberblick:

2024

Aufmerksamkeits-
defizite

2022/23

Verkehrssicher­heit in länd­lichen Räumen

2021

Rücksicht im
Straßenverkehr

2020

Mobilität und
Elektromobilität

2019

Alleinunfälle und
ihre Gründe

2018

Emotionen im
Straßenverkehr

2017

Wind und
Wetter

2016

Risikowahrnehmung
und -abwendung