Ungeschützte Verkehrs­teilnehmende – Abstand halten

Für Radfahrende ist das Stressigste im Straßenverkehr, wenn sie zu eng überholt werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse der Verkehrsexperten der Hochschule Karlsruhe zum Gefährdungsempfinden von Radfahrenden. Die fünf dabei am häufigsten genannten Unfall- und Konfliktursachen sind:

  1. Enges Überholen
  2. Alleinunfall wegen Bodenunebenheit
  3. Enges Begegnen
  4. Hindernisse auf der Fahrbahn
  5. Dooring (plötzliches Öffnen der Fahrer- oder Beifahrertür) bei parkenden Kraftfahrzeugen

Gefahr durch enge Straßen

Auch im ländlichen Raum kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen zwischen motorisiertem Verkehr, zu Fuß Gehenden und Rad- oder Pedelec-Fahrenden. Dies liegt zum einen an den niedrigeren Geschwindigkeiten der ungeschützten Verkehrsteilnehmenden, was sich annähernde schneller Fahrende dazu verleiten kann, unüberlegt und mit zu wenig Abstand zu überholen.

Kraftfahrzeuge werden zudem immer größer, höher, breiter. Aus z. B. SUVs heraus sind ungeschützte Verkehrsteilnehmende oft deutlich schlechter sichtbar. Zum anderen liegt es daran, dass es insbesondere im ländlichen Raum wenig Rad- und Fußwege gibt und ungeschützte Verkehrsteilnehmende dann die Fahrbahn nutzen müssen.

Auf den Abstand achten

Zudem wirkt sich die Straßenbreite auf den Abstand beim Überholen aus. Deshalb unbedingt darauf achten, dass ausreichend Platz zum Überholen besteht und der erforderliche Seitenabstand eingehalten werden kann. Im ländlichen Raum gibt es abseits der Bundesstraßen viele schmale Straßen, bei denen es zu gefährlich engen Überholmanövern kommt.

Ganz schön trügerisch: Gedanken zur Nachhaltigkeit und gestiegene Energiepreise bringen immer mehr Menschen dazu, aufs Rad oder Pedelec zu steigen. Auch wenn diese relativ wenig Platz in Anspruch nehmen, dürfen motorisierte Verkehrsteilnehmende nur mit ausreichendem Mindestabstand überholen. Dies gilt auch beim Einscheren nach dem Überholvorgang. Daher unbedingt auf ausreichenden Überholweg und Einscher-Abstand achten und im Zweifel eine geeignetere Stelle abwarten.

Die StVO sagt:
Nach § 5 (4) StVO muss beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß Gehenden, Radfahrenden und Führenden von Elektrokleinstfahrzeugen der Seitenabstand innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens 2 Meter betragen.

Nach § 2 (4) StVO darf mit Fahrrädern nebeneinander gefahren werden, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Eine Behinderung liegt nur dann vor, wenn ein Überholen von nebeneinanderfahrenden Radfahrenden aufgrund der Fahrbahnbreite nicht möglich ist, bei hintereinanderfahrenden Rädern aber möglich wäre.


DVR/UK/BG-Schwer­punkt­aktion 2022 Informationen zur Aktion

Deutscher Verkehrssicherheitsrat Vision Zero UK | BG