Traktor auf der Straße – alle Achtung

Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen waren 2020 an nur etwa zwei Prozent der Unfälle mit Personenschaden auf deutschen Landstraßen beteiligt. Dennoch kam es dort mit diesen Fahrzeugen zu etwa 1.200 Unfällen mit Personenschaden, mehr als 50 Personen verunglückten dabei tödlich und fast 500 wurden schwer verletzt. Nicht verwunderlich: Die meisten dieser Unfälle ereigneten sich in den Haupternte-Monaten Juli bis September.

Unübersichtliche Ausfahrten

Traktoren, Erntemaschinen, Forstschlepper: Diese teilweise gigantischen Maschinen müssen in der Regel über die öffentlichen Straßen bewegt werden, um zu ihrem Arbeitsort zu gelangen. Brenzlig wird es an Ein- und Ausfahrten von land- und forstwirtschaftlichen Wegen. Beim Abbiegen dieser Fahrzeuggespanne können sich schwere Unfälle ereignen. Zudem sind diese schmalen Wege teilweise schlecht einsehbar, sodass die Maschinen beim Befahren der Straße unerwartet auftauchen.

Die niedrigen Geschwindigkeiten – die Maschinen fahren mit Anhänger oft nur 25 km/h, maximal 60 km/h – bergen die Gefahr des Auffahrens durch schnellere Fahrzeuge. Zusätzliche Risiken gehen von der enormen Breite der land- und forstwirtschaftlichen Maschinen aus. So ragen Auflieger oder Anhänger einiger Zugmaschinen teilweise in den Fahrstreifen des Gegenverkehrs hinein. Gerade bei engen oder kurvenreichen Straßen ist darauf zu achten.

Verschmutzte Fahrbahn

Ebenso können Verschmutzungen durch Ladung von land- und forstwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen zu kritischen Situationen beitragen. Gülle kann tropfen, Getreide kann auf die Fahrbahn wehen und Holzspäne können sich vom Stamm lösen. Zudem können die Maschinen mit ihren stark profilierten Reifen Schmutz auf die Ein- und Ausfahrten von land- und forstwirtschaftlichen Wegen tragen. All dies kann dazu führen, dass eine erhöhte Rutschgefahr auf der Fahrbahn besteht – besonders für Motorradfahrende.

Wissenswert: Hinter, neben und sogar vor großen landwirtschaftlichen Zugmaschinen können sich zum Teil sehr große „tote Winkel“ verbergen. Im Nahbereich dieser Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen werden andere Verkehrsteilnehmende, vor allem Motorrad-, Moped- und Radfahrende, nicht gesehen. Darauf ist zu achten:

Ganz schön trügerisch: Land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge prägen das Bild ländlicher Regionen. Verkehrsteilnehmende sollten im ländlichen Raum daher stets mit langsameren und überbreiten Maschinen rechnen, Ein- und Ausfahrten von Feld- und Forstwegen im Auge behalten und auf verschmutzte Fahrbahnen achten. Beim Passieren oder Überholen sollte ausreichend Abstand gehalten und auf die teils erheblichen Geschwindigkeitsunterschiede geachtet werden.


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