Biker unterwegs – Rücksicht nehmen

Im Jahr 2020 kam es auf deutschen Landstraßen zu etwas mehr als 13.000 Unfällen mit Motorrad- und Mopedfahrenden. Dabei verloren etwas mehr als 400 Menschen ihr Leben. Motorradfahrende sind im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmenden überproportional gefährdet, Motorradunfälle sind gekennzeichnet durch höhere Risiken von schweren Verletzungen oder tödlichem Ausgang.

Eine große Gefahr für Bikerinnen und Biker stellt das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmenden dar. Denn in rund der Hälfte der Motorradunfälle waren die Fahrenden von Pkw oder Nutzfahrzeugen die Unfallverursachenden. So werden Motorradfahrende gerade bei wechselnden Lichtverhältnissen erst sehr spät gesehen, manchmal komplett übersehen. Zudem schätzen viele die hohen Geschwindigkeiten und das Beschleunigungsverhalten der Motorräder falsch ein. Auch unterschätzen viele Pkw-Fahrende, dass Motorräder aufgrund ihrer Schräglage in Kurven deutlich mehr Platz benötigen, als die Breite der Fahrzeuge vermuten lässt. Motorradfahrende müssen sich dessen bewusst sein und sich entsprechend rücksichtsvoll verhalten.

Viele Alleinunfälle

Aber auch die Motorradfahrenden selbst verursachen Unfälle. Knapp ein Drittel der Unfälle, bei denen Motorradfahrende verletzt oder getötet werden, sind sogenannte Fahrunfälle. Dies sind Alleinunfälle, bei denen die Fahrenden die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren haben, ohne dass andere Personen beteiligt waren. Ursachen dafür sind überhöhte Geschwindigkeiten, riskante Überholmanöver oder die Überschätzung des eigenen Fahrvermögens. Zudem kann falsche oder fehlende Schutzkleidung auch bei eher harmlosen Unfällen zu schweren Verletzungen führen.

Auf äußere Umstände achten

Ein sich abrupt ändernder Straßenbelag kann eine ebenso große Rutschgefahr wie Laub, Nässe, Sand oder Rollsplit auf der Straße darstellen. Aber auch scharfe Kanten an Leitplanken oder ein fehlender Unterfahrschutz können verheerende Unfallfolgen nach sich ziehen. Fehlende oder unzureichende Sichtweiten in Kreuzungsbereichen begünstigen, dass Bikerinnen und Biker übersehen werden.

Ganz schön trügerisch: Kurvige und hügelige Landstraßen sind der Traum vieler Motorradfahrender. Aber Biken kann aus vielen Gründen sehr gefährlich sein. Um mit dem motorisierten Zweirad sicher und entspannt anzukommen, sollten Motorradfahrende das Verkehrsumfeld intensiv beobachten, vorausahnend und defensiv fahren, die Fahrbahn und deren Belag stets im Blick haben sowie immer die richtige Schutzkleidung tragen. Alle Verkehrsteilnehmenden sollten das Beschleunigungsvermögen, die Geschwindigkeiten und die Breite der Bikes nicht unterschätzen, möglichst weit rechts fahren und keine Kurven schneiden.

Die StVO sagt:
Nach § 17 (2a) StVO gilt: Wer ein Kraftrad führt, muss auch am Tag mit Abblendlicht oder eingeschalteten Tagfahrleuchten fahren. Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, ist Abblendlicht einzuschalten.


DVR/UK/BG-Schwer­punkt­aktion 2022 Informationen zur Aktion

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